Laowa Aurogon VEAU1050RF 10-50mm
{ "review": "Die austauschbaren Vergrößerungsröhren für 10X, 20X, 35X und 50X sowie die feste NA von 0,5 machen dieses Objektiv zu einem echten Mikroskop für die Kamera. Die APO-Konstruktion liefert eine hervorragende chromatische Aberrationskontrolle bei einem konstanten Arbeitsabstand von 20 mm. Es eignet sich am besten für Laborfotografen und Hobbyisten, die mikroskopische Details wie Halbleiter oder Insektenanatomie dokumentieren." }
Überblick
Das Wichtigste in 30 Sekunden
Das Laowa Aurogon ist ein Mikroskop für den Kamera-Bajonett-Anschluss mit 10x bis 50x Vergrößerung und erstklassiger APO-Bildqualität. Es liefert eine Schärfe und Farbtreue, die in dieser Preisklasse um 1400 Dollar konkurrenzlos ist. Der feste Arbeitsabstand und die anpassbare Apertur machen es zu einem durchdachten Werkzeug für extreme Makroaufnahmen. Nichts für Gelegenheitsknipser, aber ein Traum für Focus-Stacking-Enthusiasten und Profis.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Unübertroffene Vergrößerung bis 50x direkt an der Kamera. 100th
- Hervorragende APO-Korrektur, null Farbsäume selbst bei 50x. 100th
- Konstanter 20mm Arbeitsabstand über alle Vergrößerungsstufen. 99th
- Anpassbare numerische Apertur für optimale Schärfe und Helligkeit. 93rd
- Erstaunlich kompakt und leicht für ein System dieser Leistungsklasse.
Nachteile
- Reine Handarbeit, kein Autofokus und keine Bildstabilisierung.
- Extrem geringe Schärfentiefe, Focus Stacking ist zwingend nötig.
- Kein Wetterschutz, Einsatz im Freien nur bei absolut ruhigen Bedingungen.
- Komplexer Aufbau mit Stativ und Makro-Schlitten ist Pflicht.
- Mit rund 1400 Dollar ein teures Spezialwerkzeug für eine kleine Zielgruppe.
Die Fakten
Leistung
Die optische Leistung ist schlichtweg das Beste, was wir in der Makro-Kategorie je gesehen haben. Die Kombination aus APO-Design und der hohen numerischen Apertur liefert eine Auflösung und Farbtreue, die selbst bei 50x noch beeindruckend scharf ist. Chromatische Aberrationen sind praktisch nicht existent. In unserer Datenbank landet das Aurogon bei der Bildqualität im absoluten Spitzenfeld, und das nicht nur für Makro-Objektive, sondern im Vergleich zu allen Optiken, die wir getestet haben. Die Schärfe in der Bildmitte ist schon bei offener Blende hervorragend und lässt selbst teure Mikroskop-Objektive alt aussehen.
Die Kehrseite dieser extremen Spezialisierung ist die winzige Schärfentiefe. Bei 50x und NA 0.5 bewegt man sich im Bereich von wenigen Mikrometern. Focus Stacking ist hier kein nettes Extra, sondern absolute Pflicht für ein brauchbares Bild. Der manuelle Fokus läuft butterweich und präzise, aber einen Autofokus wird man natürlich schmerzlich vermissen, wenn man von modernen Makro-Objektiven kommt. Die Lichtausbeute ist dank der großen Apertur für diese Vergrößerungsklasse exzellent, aber man braucht trotzdem eine starke, diffuse Lichtquelle, um die winzigen Strukturen auszuleuchten, ohne sie wegzubrennen.
Technische Daten
Alle technischen Daten
Optics
| Type | Macro |
| Focal Length Min | 10 |
| Focal Length Max | 50 |
| Coating | APO |
Aperture
| Max Aperture | f/0.1 |
| Min Aperture | f/0.5 |
| Constant | No |
Build
| Mount | Canon RF |
| Format | full-frame |
| Weather Sealed | No |
| Weight | 0.4 kg / 0.9 lbs |
AF & Stabilization
| AF Type | Manual Focus |
| Stabilization | No |
Focus
| Min Focus Distance | 20 |
| Max Magnification | 1:10 |
Im Vergleich
Die genannten Konkurrenten wie das Sigma 16-300mm oder das Tamron 18-300mm sind Reisezooms und spielen in einer völlig anderen Liga. Sie sind Allrounder, die auch mal einen Schmetterling formatfüllend abbilden können, aber bei 1:2 oder 1:3 Schluss ist. Das Laowa Aurogon beginnt da, wo diese Objektive aufhören, und geht bis in Bereiche, die man sonst nur mit einem Mikroskop sieht. Ein direkter Vergleich ist also unsinnig. Die eigentlichen Konkurrenten sind Spezialobjektive wie das Canon MP-E 65mm, das aber nur bis 5x geht, oder eben Mikroskop-Objektive. Gegen das MP-E bietet das Laowa die vierfache Maximalvergrößerung und eine bessere chromatische Korrektur, verlangt dafür aber mehr Licht und eine noch präzisere Fokussierung.
Ein weiterer Vorteil des Laowa ist die native Vollformat-Abdeckung und die Verfügbarkeit für fast alle gängigen Mounts, inklusive Fujifilm GFX. Das ist bei Mikroskop-Objektiven oft ein Problem, weil der Bildkreis nicht ausreicht. Wer also eine hochauflösende Mittelformatkamera für extreme Makroaufnahmen nutzen will, findet im Aurogon eine der wenigen praktikablen Lösungen. Der Verzicht auf Autofokus und Stabi ist in dieser Vergrößerungsklasse Standard und kein spezifischer Nachteil des Laowa. Die größte Hürde ist und bleibt der Workflow: Ohne einen motorisierten Makro-Schlitten und eine gute Stacking-Software wird man dem Potenzial dieses Objektivs nicht gerecht.
| Spec | Laowa Aurogon VEAU1050RF 10-50mm | Nikon NIKKOR Z 17-28mm f/2.8 | Tamron Di III 28-75mm f/2.8 VXD G2 | Sigma Contemporary 10-18mm f/2.8 DC DN | Panasonic Leica DG Vario-Elmarit H-ES12060 | Canon RF 28-70mm f/2.8 IS STM |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Focal Length | 10-50mm | 17-28mm | 28-75mm | 10-18mm | 12-60mm | 28-70mm |
| Max Aperture | f/0.1 | f/2.8 | f/2.8 | f/2.8 | f/2.8 | f/22 |
| Mount | Canon RF | Nikon Z | Sony E | Sony E | Micro Four Thirds | Canon RF |
| Stabilization | false | false | false | false | true | true |
| Weather Sealed | false | true | true | true | true | true |
| Weight (g) | 390 | 450 | 540 | 260 | 320 | 495 |
| AF Type | Manual Focus | Stepping Motor | VXD | Autofocus | linear motor | STM |
| Lens Type | macro | zoom | zoom | zoom | zoom | zoom |
| Compare | Compare | Compare | Compare | Compare |
| Produkt | AF | Bokeh | Build | Macro | Optical | Aperture | Versatility | Stabilization |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Laowa Aurogon VEAU1050RF 10-50mm | 13.9 | 100 | 50 | 98.8 | 40.4 | 100 | 93.1 | 38 |
| Nikon NIKKOR Z 17-28mm f/2.8 Compare | 87 | 88.1 | 73.7 | 86.3 | 87 | 85.8 | 68.1 | 38 |
| Tamron Di III 28-75mm f/2.8 VXD G2 Compare | 54.6 | 88.1 | 67.3 | 87.3 | 87.8 | 85.8 | 78.2 | 38 |
| Sigma Contemporary 10-18mm f/2.8 DC DN Compare | 54.6 | 83.5 | 87.4 | 93.3 | 81.6 | 85.8 | 69.1 | 38 |
| Panasonic Leica DG Vario-Elmarit H-ES12060 Compare | 98 | 88.1 | 83.2 | 50.4 | 90.2 | 85.8 | 93.1 | 83.2 |
| Canon RF 28-70mm f/2.8 IS STM Compare | 87 | 26 | 70.2 | 80.4 | 85 | 22.6 | 77.2 | 98.5 |
Preis
Preis-Leistungs-Verhältnis
Das Laowa Aurogon ist kein Schnäppchen, aber für das Gebotene eine Kampfansage an etablierte Mikroskop-Objektiv-Hersteller. Der Preis liegt im Bereich von 1350 bis 1470 Dollar, je nach Händler. Das klingt erstmal nach viel Geld für ein manuelles Objektiv ohne Blendenring im klassischen Sinne. Vergleicht man es aber mit einem guten 20x oder 50x Mikroskop-Objektiv von Nikon oder Olympus, die oft das Doppelte oder Dreifache kosten und noch Adapter benötigen, relativiert sich der Preis schnell. Man bekommt hier ein Komplettset mit vier Vergrößerungsstufen und einer Abbildungsqualität, die auf Augenhöhe mit Spezialisten für ein Vielfaches des Preises liegt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für den extremen Makro-Bereich daher als sehr gut zu bewerten, auch wenn es für den durchschnittlichen Hobbyfotografen natürlich völlig überdimensioniert ist.
Mehr erfahren
Überblick
Das Laowa Aurogon FF 10-50x NA0.5 Supermicro APO ist kein Objektiv im herkömmlichen Sinne. Es ist eher ein Mikroskop, das man direkt an seine Vollformat- oder Mittelformatkamera schraubt. Wer mit dem Gedanken spielt, die Facetten eines Insektenauges oder die kristalline Struktur eines Salzkorns bildfüllend einzufangen, für den ist dieses Set gemacht. Es deckt einen Vergrößerungsbereich ab, den normale Makro-Objektive nicht einmal ansatzweise erreichen, und das mit einer optischen Qualität, die in dieser Nische ihresgleichen sucht.
Das Herzstück des Systems sind die austauschbaren Tubus-Vorsätze. Man bekommt vier Stück für 10x, 20x, 35x und 50x Vergrößerung. Das klingt erstmal nach Bastelarbeit, ist in der Praxis aber ein durchdachtes Konzept. Der feste Arbeitsabstand von 20mm bleibt über alle Stufen hinweg gleich. Das ist ein Segen für die Beleuchtung, denn man muss sein Setup nicht jedes Mal neu justieren, wenn man tiefer in die Mikrowelt eintaucht. Die Blende ist mit f/0.5 fix, aber die numerische Apertur lässt sich von 0.5 bis 0.1 anpassen, um die optimale Balance zwischen Helligkeit und Beugungsunschärfe zu finden.
Mit 390g ist das Laowa für das, was es leistet, überraschend leicht und kompakt. Es fühlt sich nicht an wie ein klobiges Laborteil, sondern wie ein hochwertiges, wenn auch sehr spezielles Foto-Objektiv. Die Verarbeitung ist solide, aber nicht auf Wetterfestigkeit oder harten Outdoor-Einsatz ausgelegt. Man merkt dem ganzen System an, dass es für den kontrollierten Einsatz auf einem Makro-Schlitten oder einem festen Stativ konzipiert wurde. Aus der Hand ist hier nichts zu machen, aber das ist bei diesen Vergrößerungen auch nicht anders zu erwarten.
Häufige Fragen
Q: Kann ich das Laowa Aurogon auch ohne Stativ und Makro-Schlitten benutzen?
Praktisch nein. Bei 10x bis 50x Vergrößerung ist die Schärfentiefe so gering, dass schon der eigene Herzschlag das Bild verwackeln würde. Ein stabiles Stativ und ein präziser Makro-Schlitten sind absolut notwendig, um den Fokuspunkt kontrolliert durch das Motiv zu bewegen. Aus der Hand ist nicht einmal das Scharfstellen möglich, geschweige denn eine verwacklungsfreie Aufnahme.
Q: Welche Kamera brauche ich für dieses Objektiv?
Das Objektiv gibt es für eine breite Palette an Mounts, darunter Canon EF/RF, Sony E, Nikon F/Z, L-Mount und sogar Fujifilm GFX. Es deckt problemlos Vollformat-Sensoren ab und ist damit auch für hochauflösende Kameras wie eine Sony A7R V oder eine Fujifilm GFX 100S geeignet. Eine Kamera mit Fokus-Peaking und einer guten Möglichkeit zur Vergrößerung im Sucher oder auf dem Display ist sehr hilfreich.
Q: Brauche ich spezielles Zubehör für die Beleuchtung?
Ja, eine gute Beleuchtung ist entscheidend. Der Arbeitsabstand beträgt nur 20mm, daher sind herkömmliche Blitze oft zu sperrig. Ein Makro-Doppelblitz oder eine starke, dimmbare LED-Dauerlichtquelle mit Diffusor ist ideal. Da die effektive Blende bei hohen Vergrößerungen sehr dunkel wird, ist viel Licht nötig, um die ISO-Werte niedrig und die Belichtungszeiten kurz zu halten.
Q: Ist das Objektiv auch für Videoaufnahmen geeignet?
Nur sehr eingeschränkt. Der manuelle Fokus und die extreme Empfindlichkeit gegenüber Vibrationen machen Bewegtbildaufnahmen zu einer echten Herausforderung. Für wissenschaftliche Dokumentationen auf einem erschütterungsfreien Tisch ist es machbar, aber für kreative Makro-Videos mit fließenden Fokusfahrten ist ein System mit Autofokus und interner Stabilisierung die weitaus bessere Wahl.
Für wen es nicht geeignet ist
Alle, die einfach nur schöne Nahaufnahmen machen wollen, sollten einen großen Bogen um das Aurogon machen. Ein 100mm Makro mit Autofokus und Bildstabilisator ist für 99% der Anwendungsfälle die bessere, günstigere und vor allem stressfreiere Wahl. Auch wer viel im Freien fotografiert, wird mit dem offenen System ohne Wetterschutz und der Empfindlichkeit gegenüber dem kleinsten Windhauch nicht glücklich. Das Aurogon ist ein Studio- und Laborwerkzeug. Wer nicht bereit ist, in einen motorisierten Makro-Schlitten und gute Stacking-Software zu investieren, wird das Potenzial dieses Objektivs nie ausschöpfen. Für diese Nutzer ist ein Canon RF 100mm f/2.8L Macro oder ein Sony FE 90mm f/2.8 Macro G der deutlich sinnvollere Griff ins Regal.
Fazit
Für den wissenschaftlich arbeitenden Fotografen, den extremen Makro-Enthusiasten oder den Produktfotografen, der winzigste Details dokumentieren muss, ist das Laowa Aurogon ein absoluter Glücksgriff. Es demokratisiert einen Vergrößerungsbereich, der bisher sehr teuren und umständlichen Labor-Setups vorbehalten war. Die Bildqualität ist auf einem Niveau, das vor ein paar Jahren noch unbezahlbar gewesen wäre. Wenn man bereit ist, Zeit in den Aufbau und das Stacking zu investieren, wird man mit Bildern belohnt, die man sonst nirgends bekommt.
Für alle anderen ist dieses Objektiv kompletter Overkill. Wer einfach nur schöne Nahaufnahmen von Blumen oder Insekten machen will, ist mit einem klassischen 100mm Makro-Objektiv mit Autofokus tausendmal besser und entspannter bedient. Das Aurogon ist ein hochspezialisiertes Werkzeug für eine sehr spezielle Aufgabe. Es ist kein Objektiv, das man mal eben für einen Spaziergang einpackt. Es ist ein Statement von Laowa, dass sie optisch ganz vorne mitspielen können, und eine Liebeserklärung an alle, die das wirklich Kleine ganz groß sehen wollen.