Leica Vario-Elmarit-SL 11189 70mm
Die durchgehende f/2.8-Blende über den gesamten 24-70mm-Zoombereich und drei asphärische Linsenelemente sorgen für konstant hohe Schärfe und Klarheit bei jeder Brennweite. Das vollständig abgedichtete Metallgehäuse und der interne Fokus mit nicht-rotierendem 82mm-Filterring unterstreichen die robuste, videofreundliche Konstruktion trotz des Verzichts auf einen optischen Bildstabilisator. Dieses Objektiv eignet sich am besten für Nahaufnahmen- und professionelle Fotografen, die ein wetterfestes L-Mount-Standardzoom mit präzisem Autofokus benötigen.
Überblick
Das Wichtigste in 30 Sekunden
Das Leica Vario-Elmarit-SL 24-70mm f/2.8 ist ein optisches Meisterwerk und das leichteste f/2.8-Standardzoom im L-Mount. Die Bildqualität liegt im absoluten Spitzenfeld, aber der Verzicht auf einen Stabi und der extreme Preis von über 3.200 Dollar schrecken ab. Wer das Budget hat und das Leica-Feeling sucht, wird es lieben. Für alle anderen ist das Sigma 24-70mm f/2.8 DG DN Art der viel vernünftigere Kauf.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Herausragende optische Qualität im 99. Perzentil, messerscharf bis in die Ecken. 99th
- Angenehm leicht und kompakt für ein f/2.8-Standardzoom mit 856 g. 87th
- Robustes, wetterfestes Metallgehäuse für den harten Profi-Einsatz. 80th
- Vielseitiger Makro-Modus mit 1:2,9 Abbildungsmaßstab und nur 18 cm Naheinstellgrenze.
- Leiser, interner Autofokus mit nicht rotierendem Filtergewinde, ideal für Video.
Nachteile
- Kein optischer Bildstabilisator, bei Kameras ohne IBIS ein klarer Nachteil.
- Der Preis liegt mit über 3.200 Dollar extrem hoch, besonders im Vergleich zum Sigma-Zwilling.
- Die Bauqualität rangiert nur im 41. Perzentil, was für ein Leica überraschend mittelmäßig ist.
- Das Bokeh ist mit 41. Perzentil eher zweckmäßig als künstlerisch herausragend.
- Das Objektiv fährt beim Zoomen aus, was die Wetterabdichtung auf Dauer belasten kann.
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Die Fakten
Leistung
Die optische Leistung ist das Kronjuwel dieses Objektivs. In unserer Datenbank rangiert es im 99. Perzentil, und das sieht man den Bildern an. Die Kombination aus 19 Elementen in 15 Gruppen, darunter drei asphärische Linsen, bügelt Verzeichnung und chromatische Aberrationen fast vollständig aus. Die Schärfe ist bereits bei Offenblende f/2.8 exzellent und zieht sich konsistent bis in die Ecken. Wer gerne in der Dämmerung oder in Innenräumen ohne Blitz arbeitet, wird die Kombination aus Lichtstärke und Abbildungsqualität zu schätzen wissen. Die elf Lamellen der Blende sorgen zudem für eine angenehme, wenn auch nicht überragende Hintergrundunschärfe.
Der Autofokus ist mit einem 55. Perzentil-Ranking solide, aber nicht führend. Er ist schnell, präzise und für Videoaufnahmen angenehm leise, was ihn zu einem zuverlässigen Partner für Reportagen macht. Allerdings gibt es im L-Mount-Universum schnellere Optionen, wenn es um Action oder Sport geht. Der bewusste Verzicht auf eine optische Bildstabilisierung ist ein zweischneidiges Schwert: Er spart Gewicht und macht das Objektiv kompakter, zwingt aber bei schlechtem Licht zu höheren ISO-Werten oder kürzeren Verschlusszeiten, sofern die Kamera keinen internen Stabi (IBIS) bietet. An einer SL2 oder SL2-S ist das kein Problem, an einer älteren SL oder einem Panasonic-Gehäuse ohne IBIS kann es jedoch spürbar werden.
Technische Daten
Alle technischen Daten
Optics
| Type | Zoom |
| Focal Length Min | 24 |
| Focal Length Max | 70 |
| Elements | 19 |
| Groups | 15 |
| Aspherical Elements | 3 |
| ED Elements | 9 |
Aperture
| Max Aperture | f/22 |
| Min Aperture | f/2.8 |
| Constant | Yes |
| Diaphragm Blades | 11 |
Build
| Mount | L-Mount |
| Format | full-frame |
| Weather Sealed | Yes |
| Weight | 0.9 kg / 1.9 lbs |
| Filter Thread | 82 |
AF & Stabilization
| AF Type | Autofocus |
| Stabilization | No |
Focus
| Min Focus Distance | 180 |
| Max Magnification | 1:2.9 |
Im Vergleich
Der Elefant im Raum ist natürlich das Sigma 24-70mm f/2.8 DG DN Art. Optisch sind die beiden Linsen sich so ähnlich, dass man in Blindtests wahrscheinlich scheitern würde. Das Sigma ist jedoch schwerer, klobiger und fühlt sich nicht ganz so edel an. Dafür kostet es nur einen Bruchteil. Das Panasonic Lumix S Pro 24-70mm f/2.8 ist ein weiterer starker Konkurrent im L-Mount. Es bietet einen optischen Bildstabilisator, den das Leica vermissen lässt, und liegt preislich zwischen Sigma und Leica. Die optische Leistung ist vergleichbar, aber das Panasonic ist nochmal schwerer und größer.
Wenn man den L-Mount verlässt, wird die Luft dünner. Das Canon RF 28-70mm f/2.8 IS STM ist ein völlig anderes Tier, leichter und mit Stabi, aber nicht für das SL-System verfügbar. Das Sony FE 24-70mm f/2.8 GM II ist der Maßstab in Sachen Schärfe und Autofokus-Geschwindigkeit, spielt aber in einer ähnlichen Preisliga wie das Leica. Für reine Landschaftsfotografen, wo das Leica mit 64,9 von 100 Punkten nur solide abschneidet, könnte ein spezialisiertes Weitwinkelzoom die bessere Wahl sein. Für Porträts, die schwächste Disziplin mit 46,8 Punkten, ist eine lichtstarke Festbrennweite wie das erwähnte Summilux-SL 50mm f/1.4 der deutlich bessere, wenn auch teurere Weg.
| Spec | Leica Vario-Elmarit-SL 11189 70mm | Tamron Di III 17-70mm f/2.8 Di III-A VC RXD | Nikon NIKKOR Z 17-28mm f/2.8 | Sigma Contemporary 16-28mm f/2.8 DG DN | Panasonic Leica DG Vario-Elmarit H-ES12060 | Sony G SELP28135G.SYX |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Focal Length | 24-70mm | 17-70mm | 17-28mm | 16-28mm | 12-60mm | 28-135mm |
| Max Aperture | f/22 | f/2.8 | f/2.8 | f/2.8 | f/2.8 | f/4 |
| Mount | L-Mount | Fujifilm X | Nikon Z | Sony E | Micro Four Thirds | Sony E |
| Stabilization | false | true | false | false | true | true |
| Weather Sealed | true | true | true | true | true | true |
| Weight (g) | 856 | 544 | 450 | 450 | 320 | 420 |
| AF Type | Autofocus | RXD | Stepping Motor | Stepping AF Motor | linear motor | SSM |
| Lens Type | zoom | zoom | zoom | zoom | zoom | zoom |
| Compare | Compare | Compare | Compare | Compare |
| Produkt | AF | Bokeh | Build | Macro | Optical | Aperture | Versatility | Nutzerresonanz | Stabilization |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Leica Vario-Elmarit-SL 11189 70mm | 53.7 | 34.5 | 50.2 | 86.9 | 99.3 | 21 | 80 | 50.1 | 37.8 |
| Tamron Di III 17-70mm f/2.8 Di III-A VC RXD Compare | 53.7 | 87.4 | 69.6 | 85.9 | 91 | 84.6 | 89.3 | 85 | 83.4 |
| Nikon NIKKOR Z 17-28mm f/2.8 Compare | 87.4 | 87.4 | 75.9 | 85.9 | 88 | 84.6 | 67.3 | 68.7 | 37.8 |
| Sigma Contemporary 16-28mm f/2.8 DG DN Compare | 87.4 | 87.4 | 75.9 | 77.8 | 97.2 | 84.6 | 68 | 62.6 | 37.8 |
| Panasonic Leica DG Vario-Elmarit H-ES12060 Compare | 98.1 | 87.4 | 84.6 | 51.9 | 91 | 84.6 | 93.1 | 67.7 | 83.4 |
| Sony G SELP28135G.SYX Compare | 94.4 | 78.5 | 77.7 | 34.1 | 88 | 67.2 | 92.4 | 55.5 | 93.4 |
Preis
Preis-Leistungs-Verhältnis
Hier wird es kompliziert, und ehrlich gesagt auch ein bisschen schmerzhaft. Der günstigste Preis, den wir gefunden haben, liegt bei 3.205 Dollar, während andere Händler bis zu 458.000 Dollar aufrufen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Die Preisspanne ist absurd und zeigt, dass man beim Kauf genau hinschauen muss. Selbst der günstigste Preis ist happig, wenn man bedenkt, dass das optisch fast identische Sigma 24-70mm f/2.8 DG DN Art für rund 1.100 Dollar zu haben ist. Für den Aufpreis bekommt man bei Leica das markentypische, schlankere Metallgehäuse, eine andere Vergütung und die hauseigene Qualitätskontrolle.
Ob einem das den dreifachen Preis wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Für den reinen Bildlook und die technische Leistung ist das Sigma ein sensationelles Schnäppchen. Das Leica rechtfertigt seinen Preis durch das Gefühl der Wertigkeit, die nahtlose Integration in das SL-System und den Wiederverkaufswert. Wer das Budget hat und das letzte Quäntchen optischer Perfektion sowie das rote Logo sucht, wird nicht enttäuscht. Alle anderen sollten sehr genau überlegen, ob sie den Unterschied auf einem Ausdruck oder Bildschirm tatsächlich sehen.
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Überblick
Das Leica Vario-Elmarit-SL 24-70mm f/2.8 ist so etwas wie der pragmatische Allrounder im L-Mount-System. Es deckt den klassischen Reportage-Brennweitenbereich ab, liefert durchgehend f/2.8 und verzichtet bewusst auf einen optischen Bildstabilisator, um Gewicht zu sparen. Mit 856 Gramm ist es für ein lichtstarkes Standardzoom dieser Klasse überraschend handlich, vor allem wenn man es mit dem älteren Leica 24-90mm vergleicht. Die Zielgruppe ist klar: Leica-Fotografen, die ein Arbeitstier für alles von Events bis zur Landschaft suchen und bereit sind, für das rote Logo und die optische Exzellenz einen saftigen Aufpreis zu zahlen.
Was dieses Objektiv wirklich interessant macht, ist seine Positionierung im Markt. Es ist kein Geheimnis, dass die optische Formel stark an das Sigma 24-70mm f/2.8 DG DN Art erinnert, das weniger als ein Drittel kostet. Leica betont die eigene Qualitätskontrolle und das angepasste Gehäusedesign, aber die Frage nach dem Mehrwert stellt sich unweigerlich. Unsere Daten zeigen, dass die optische Leistung mit dem 99. Perzentil schlichtweg an der Spitze liegt. Die Schärfe ist über das gesamte Bildfeld und bei allen Blenden beeindruckend, unterstützt von drei asphärischen und neun ED-Glaselementen.
Für den professionellen Einsatz bringt es die entscheidenden Tugenden mit: ein stabiles Metallgehäuse mit effektiver Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser, eine schnelle und leise Innenfokussierung und einen nicht rotierenden Filterring. Die Naheinstellgrenze von 18 cm und der maximale Abbildungsmaßstab von 1:2,9 machen es zudem zu einem soliden Werkzeug für Nahaufnahmen, was den überraschend starken Makro-Score von 86 Prozent erklärt. Es ist kein Spezialist, aber ein Objektiv, das fast immer am richtigen Ort ist.
Häufige Fragen
Q: Wird dieses Objektiv in Deutschland hergestellt?
Nein, nach aktuellen Informationen wird das Vario-Elmarit-SL 24-70mm f/2.8 in Japan gefertigt. Das ist bei vielen modernen L-Mount-Objektiven von Leica der Fall und kein Hinweis auf mindere Qualität. Die Endkontrolle und die optischen Standards unterliegen selbstverständlich den strengen Leica-Spezifikationen.
Q: Ist das Leica 24-70mm f/2.8 einfach nur ein umgelabeltes Sigma-Objektiv?
Die optische Grundkonstruktion ist sehr ähnlich, aber Leica betont, dass die Linsen unter eigener Kontrolle mit abweichenden Vergütungen und in einem komplett anderen, schlankeren Metallgehäuse gefertigt werden. Die L-Mount-Allianz erlaubt eine gemeinsame Entwicklung, aber die finale Umsetzung und Qualitätssicherung unterscheiden sich. In der Praxis sind die optischen Ergebnisse extrem nah beieinander, das Leica bietet jedoch eine hochwertigere Haptik und ein kompakteres Design.
Q: Fährt das Objektiv beim Zoomen aus oder hat es einen Innenzoom?
Das Objektiv hat keinen Innenzoom. Es fährt beim Zoomen aus, ähnlich wie das Leica 24-90mm, allerdings nicht ganz so weit. Das ist ein Kompromiss, um die kompakten Abmessungen zu erreichen. Für den Einsatz mit einem Gimbal oder in sehr staubigen Umgebungen sollte man das im Hinterkopf behalten.
Q: Brauche ich einen Bildstabilisator im Objektiv, wenn meine Kamera IBIS hat?
Nicht zwingend. Wenn Sie eine Leica SL2, SL2-S oder SL3 oder eine Panasonic S-Kamera mit internem Bildstabilisator (IBIS) nutzen, ist der fehlende OIS im Objektiv kaum ein Problem. Der IBIS kompensiert Verwacklungen sehr effektiv. An einer Kamera ohne IBIS, wie der ursprünglichen Leica SL, müssen Sie bei schlechtem Licht jedoch deutlich aufpassen und mit kürzeren Verschlusszeiten oder höheren ISO-Werten arbeiten.
Für wen es nicht geeignet ist
Dieses Objektiv ist nichts für Schnäppchenjäger oder Fotografen, die das Maximum an Preis-Leistung suchen. Wenn Sie nicht in das Leica-Ökosystem investiert sind oder Ihnen das rote Logo egal ist, greifen Sie zum Sigma 24-70mm f/2.8 DG DN Art. Sie sparen über 2.000 Dollar und bekommen eine nahezu identische optische Leistung. Auch für reine Porträtfotografen ist es nicht die beste Wahl. Die maximale Blende von f/2.8 und das durchschnittliche Bokeh limitieren die kreativen Möglichkeiten im Vergleich zu einer lichtstarken Festbrennweite wie dem Summilux-SL 50mm f/1.4. Wer hauptsächlich Sport oder schnelle Action fotografiert, findet im L-Mount-System zudem Objektive mit reaktionsschnellerem Autofokus. Und schließlich: Wenn Sie eine ältere Kamera ohne IBIS besitzen, sollten Sie zum stabilisierten Panasonic Lumix S Pro 24-70mm f/2.8 greifen, um auch bei wenig Licht verwacklungsfreie Bilder zu bekommen.
Fazit
Das Leica Vario-Elmarit-SL 24-70mm f/2.8 ist ein brillantes Objektiv, das in einem Vakuum betrachtet kaum Wünsche offenlässt. Für den eingefleischten Leica-Fotografen, der ein SL2- oder SL3-Gehäuse besitzt und ein kompromissloses, wetterfestes Standardzoom sucht, das leichter ist als das 24-90mm, ist es eine klare Empfehlung. Die Bildqualität ist atemberaubend, der Autofokus zuverlässig und die Haptik eine Wucht. Es ist das Objektiv, das man auf Reisen oder bei einer Reportage fast immer drauf lässt und selten bereut.
Für alle anderen, insbesondere preisbewusste oder systemoffene Fotografen, ist die Empfehlung schwieriger. Das Sigma 24-70mm f/2.8 DG DN Art liefert 95 Prozent der Leistung für 30 Prozent des Preises. Das ist ein Deal, den man kaum ignorieren kann. Wenn Sie nicht gerade das letzte Prozent an Mikrokontrast aus Ihren DNG-Dateien kitzeln müssen oder der Name Leica auf dem Tubus für Ihr Selbstverständnis essenziell ist, sparen Sie das Geld und investieren es in eine gute Festbrennweite oder ein zweites Zoom. Das Leica ist ein Luxusprodukt, das seinen Preis durch Exklusivität und Perfektion im Detail rechtfertigt, aber nicht durch einen objektiven, massiven Leistungsvorsprung.